Doppellinie

2001  Zu früh g’freut
von Berd Gombold

Landwirt Emil Ziegler und sein Sohn Girgl betreiben vor den Toren der kleinen Gemeinde Schilfbach einen Bauernhof. Zur Familie gehört auch die schon etwas zerstreute und besonders schwerhörige Oma. Vater Emil fürchtet aus zweierlei Gründen um die Zukunft seines Hofes. Zum einen liegt das Anwesen mit all seinen Grundstücken im Naturschutzgebiet "Feuchtwiesen" und kann deshalb nicht mehr rentabel bewirtschaftet werden. Zum anderen zeigt "Stammhalter" Girgl sehr zum Verdruss seines Vaters keinerlei Interesse am weiblichen Geschlecht und damit an der Suche nach der künftigen Bäuerin. Sämtliche Werbungsversuche von Franziska, der aufdringlichen, aber gutmütigen Tochter des Nachbarbauern, lassen ihn vor einer Bindung eher zurückschrecken. Auch die überaus neugierige und schwatzhafte Briefträgerin Helga, die für allerhand verwirrenden Dorftratsch sorgt, fördert nicht gerade sein Interesse an einer Beziehung.

Ein völlig anderes Interesse am Ziegler-Hof zeigt jedoch der ehrgeizige Bürgermeister Siegmund Schlaubauer. Sein Stellvertreter und Busenfreund Richard Raffer hat nämlich einen genialen Plan. Als selbsternannter Wünschelrutengänger und aufgrund eigener Grabungen ist Raffer überzeugt, dass direkt unter dem Naturschutzgebiet eine gewaltige Thermalwasserquelle sprudelt, die der Gemeinde als Thermal- und Kurstadt ungeahnte Einnahmequellen sichern könnte. Sein primäres Interesse liegt natürlich darin, als Bauunternehmer mit zahlreichen "fetten" Bauaufträgen der Gemeinde rechnen zu können. Bürgermeister Schlaule ist von Raffers Plan hin und weg und beschließt: Der Ziegler-Hof samt Naturschutzgebiet muß für das ehrgeizige Projekt "Thermal-, Kur-und Bäderlandschaft" weichen.

Doch er hat sich zu früh gefreut und die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Und auch Mira Meislein, die engagierte Vorsitzende des örtlichen Naturschutzvereins, hat ein Wörtchen mitzureden.

Um endgültig Klarheit über die Wasserqualität zu erhalten, hat der Bürgermeister einen Geologen engagiert, der sich als eine überaus attraktive Geologin entpuppt, die die Verhältnisse gewaltig durcheinanderbringt, zum Schluss aber auch für Klarheit sorgt. Daran haben alle ihre Freude, nur nicht der Bürgermeister und sein Kumpan.

Bildergalerie vom Theaterstück: